Umweltkontrollbericht - Österreichischer Weg bestätigt

09.10.2019

Im Umweltkontrollbericht analysiert das Umweltbundesamt (UBA) alle drei Jahre die Situation Österreichs. "Bodenverbrauch und die Bodenversiegelung sinken, Feinstaub- und Stickoxidbelastung gehen zurück", nannte Umweltministerin Maria Patek am Mittwoch einige positive Ergebnisse des 12. Berichts. Negativ viel jedoch die Bilanz bei den Treibhausgasen (THG) aus, die seit 2015 wieder gestiegen sind.

Im Nicht-Emissionshandelsbereich wurde 2017 bei den THG erstmals die nationale Emissionshöchstmenge um rund 2,1 Millionen Tonnen überschritten, ist im ersten Kapitel des Berichts namens "Klimaschutz" zu lesen, das bedeutete den Ausstoß von 51,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Von 2013 bis 2016 wurden diese Höchstmengen jedoch unterschritten und damit ein Guthaben von rund 8,4 Millionen Tonnen aufgebaut. "Dieses Guthaben kann in die Bilanz bis 2020 miteingerechnet werden und damit wird das Klimaziel für die Periode 2013 bis 2020 voraussichtlich erreicht. Jeder weitere Anstieg führt zu einer weiteren Entfernung vom Reduktionsziel 2030 von minus 36 Prozent".

"Österreich ist bei den Klimazielen absolut nicht auf Kurs, das bestätigt auch der Umweltkontrollbericht", kommentierte Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace, diese Entwicklung. Weitere Maßnahmen, um die internationalen Ziele zu erreichen, sind in diesem Bereich also erforderlich, der Weg dorthin führe über neue Technologien und richtige Anreize, hieß es in einer Aussendung des Umweltministeriums zum Bericht. In #mission2030, der österreichischen Klima- und Energiestrategie, ist zudem eine langfristige Klimaneutralität festgeschrieben.

Patek hob hervor, dass der eingeschlagene Weg konsequent fortzusetzen seit und nannte neben dem Klimaschutz noch die Bereiche Biodiversität, Mobilitäts- und Energiewende hervor, es sei jetzt ist die richtige Zeit dafür, "denn das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen ist so groß wie noch nie". Der Kontrollbericht liefere die Daten und Fakten für "die notwendige Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft", sagte Patek, es gelte den "eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen".

Was die Mobilitäts- und Energiewende betrifft, da sei die Senkung des Energieverbrauchs und der Ausbau Erneuerbarer notwendig. Mit 70 Prozent Strom aus erneuerbarer Energie gehöre Österreich hier bereits zu den Vorreitern. Seit 2005 ist es auch gelungen, das Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch zu entkoppeln. Die #mission2030 verfolgt das Ende des fossilen Zeitalters in Österreich.

Beim Flächen, Biodiversität und Gewässerschutz ist die tägliche Flächeninanspruchnahme trotz steigendem Nutzungsdrucks in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen. Der Versiegelungsgrad blieb mit 41,2 Prozent nahezu unverändert. Abhilfe können eine effiziente Raumplanung sowie strategisches Flächenmanagement schaffen. Mit der Biodiversitäts-Strategie hat Österreich zum Schutz der Vielfalt die richtige Richtung eingeschlagen. Sowohl für die Wasserqualität als auch für den Hochwasserschutz wurden umfangreiche Maßnahmenprogramme gesetzt. Grundwasser und Badegewässer weisen eine sehr gute Wasserqualität auf, hieß es in der Aussendung des Umweltministeriums.

Positiv wird vom Umweltministerium die Entwicklung im Bereich nachhaltige Produktion und Kreislaufwirtschaft gesehen: "Österreich ist bei der Abfallvermeidung und -verwertung unter den Besten Europas", zog Umweltbundesamt-Geschäftsführerin Monika Mörth Bilanz. Weitere Anstrengungen seien aber notwendig, um etwa die Vorgaben der EU-Verpackungsrichtlinie zu erfüllen.

Der vollständige Bericht:

Quelle: APA