Telekom Austria "massiv von Kostensteigerungen betroffen"

22.09.2022

Die teilstaatliche Telekom Austria zahlt in einem "normalen" Jahr hundert Millionen Euro für Strom. Noch profitiert die Firma von im Voraus zu günstigen Preisen gekauften Strom, doch diese Verträge laufen in den nächsten Monaten aus, geht aus einem Bericht der "Presse" hervor. "Wir sind massiv von den Kostensteigerungen betroffen", wird A1-Chef Thomas Arnoldner im Bericht zitiert. Neben den Energiekosten lastet auch der Anstieg der Baupreise und Löhne auf dem Geschäft.

In Summe machen die Stromkosten in der gesamten Gruppe 2 Prozent des Umsatzes aus. Ob der Konzern staatliche Hilfen für energieintensive Firmen bekommt ist offen. Dafür sollen nach bisherigen Plänen die Energiekosten mindestens 3 Prozent des Umsatzes ausmachen.

Die Vervielfachung der Strompreise in den vergangenen eineinhalb Jahren wird noch Niederschlag finden. "Für heuer werden wir das verdauen können", sagt Arnoldner. Nächstes Jahr sehe die Lage - je nach Entwicklung der Preise - bedeutend kritischer aus. An der Gewinnprognose rüttelt das Unternehmen laut "Presse"-Bericht nicht. Einen gewissen Ausgleich dürfte die automatische Anpassung der Tarife an die Inflation bringen.

Günstigen Strom "gehedged" hat A1 vor allem in Österreich. Doch etwa in anderen Märkten wie Bulgarien ist das gar nicht möglich, weil keine lokalen Börsen Strom-Futures anbieten. Dafür gebe es dort kräftige staatliche Subventionen, durch die der Preis de facto gedeckelt sei.

Naturgemäß geht es bei A1 auch stark um eine Steigerung der Energieeffizienz. Das Datenvolumen der A1-Kunden ist im Vorjahr um 29 Prozent angestiegen; was üblicherweise den Stromverbrauch ähnlich stark in die Höhe treibt. Da das angesichts der höheren Kosten schwer tragbar ist, strebt A1 die Entkoppelung von Datenvolumen und Energieverbrauch an.

Der Umstieg auf modernere Technologie (Glasfaser und 5G) hilft dabei ebenso wie intelligentere Kühlung, der Ausbau der Eigenstromproduktion über PV-Anlagen und die sparsamere Versorgung von Mobilfunkstationen. Diese ursprünglich aus Klimagründen gestarteten Initiativen erhalten angesichts der hohen Strompreise eine neue Dringlichkeit.

Im Vorjahr fielen die Emissionen erstmals um 20 Prozent, die Hälfte des Stroms der Gruppe lieferten Erneuerbare. Und für 29 Prozent mehr Datenvolumen benötigte A1 nur 5 Prozent mehr Strom.

Quelle: APA