SBO profitiert von Investitionslaune der Ölkonzerne

13.08.2019

Der niederösterreichische Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) profitierte in den ersten drei Geschäftsquartalen 2018 von der gestiegenen Investitionslaune der Öl- und Gaskonzerne. Der Umsatz legte um mehr als ein Drittel auf 310,8 Mio. Euro zu. Der Nettogewinn lag bei 33 Mio. Euro, nach einem Verlust von 86,2 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.

An der Wiener Börse wurden die aktuellen Zahlen des Ölfeldausrüsters positiv aufgenommen. Die SBO-Aktien stiegen zu Handelsbeginn am Mittwochvormittag um 4 Prozent auf 68 Euro und verzeichneten damit das größte Kursplus im ATX.

Den aktuellen Ölpreisrückgang sieht SBO-Chef Gerald Grohmann nicht als Gefahr für das Unternehmen mit Sitz in Ternitz (NÖ). Die USA- und Nordamerika-Aktivitäten seien anhaltend stark und auch das andere internationale Geschäft habe angezogen, sagte Grohmann zur APA.

Seit Anfang Oktober ist der Ölpreis um mehr als 30 Prozent gefallen. Der Grund: Händler erwarten ein Überangebot bei gleichzeitig nachlassender Nachfrage wegen der sich etwas abschwächenden Konjunktur. Auch die weniger strengen Iran-Sanktionen der USA haben den Ölmarkt überrascht. In den USA sind die Lager zudem gut gefüllt. Die Verunsicherung am Markt werde wohl nur "kurzfristig" bestehen bleiben, erwartet der SBO-Chef. Im Dezember gibt es ein Treffen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) in Wien, wo über die weitere Förderpolitik beraten wird.

"Die US-Ölproduktion ist über den Erwartungen angestiegen. Zudem haben Ausnahmeregelungen von den US-Sanktionen zumindest vorübergehend mehr iranisches Öl auf dem Markt zugelassen, als ursprünglich angenommen", kommentiert Grohmann die Ölpreisentwicklung. "Ein Überangebot sollte dennoch nicht entstehen, wenn die Fördermenge der OPEC wie angekündigt reduziert wird. Das sollte die Ölpreise wieder stabilisieren", sagte der Firmenchef.

Der SBO-Chef rechnet auch für 2019 mit einem guten Geschäftsverlauf, da die Auftragsbücher gut gefüllt sind. Der Auftragseingang kletterte heuer um 52,4 Prozent auf 368,1 Mio. Euro, der Auftragsstand erhöhte sich bis Ende September auf 93,2 Mio. Euro. Ende Dezember 2017 waren es nur 37,6 Mio. Euro. SBO produziert Hochpräzisionsteile, unter anderem amagnetische Bohrstrangkomponenten, für die Oilfield Service-Industrie. Kunden von SBO sind neben großen Ölkonzernen wie Petrobras, Saudi Aramco, Shell, Exxon Mobil und Statoil auch viele kleine Fördergesellschaften.

Beim Dividendenvorschlag für 2018 will sich der Firmenchef derzeit noch nicht in die Karten blicken lassen. Dies hänge auch vom Investitionsbedarf von SBO ab. Derzeit wird gerade der Standort in Vietnam ausgebaut. Im Geschäftsjahr 2017 schüttete SBO eine Dividende von 0,50 Euro je Aktie aus.

Quelle: APA