RWE kämpft vor Innogy-Zerschlagung mit Kohleausstieg

14.03.2019
Wegen des Kohleausstiegs müssen Stellen abgebaut werden
<br /> - Quelle: APA (dpa)Wegen des Kohleausstiegs müssen Stellen abgebaut werden
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RWE hat vor der geplanten Zerschlagung der Tochter Innogy weniger verdient und stellt sich auf einen deutlichen Stellenabbau durch den Kohleausstieg ein. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei 2018 bezogen auf die Kennziffer "RWE Stand alone" insbesondere wegen der niedrigeren Strom-Großhandelspreise von zuvor 2,1 auf 1,5 Mrd. Euro geschrumpft.

Analysten hatten im Schnitt mit 1,6 Mrd. Euro gerechnet. Für 2019 stellt RWE 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro in Aussicht. RWE Stand alone umfasst die Kerngeschäftsfelder Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel sowie die Dividende von Innogy, teilte der Versorger mit.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz setzt auf den Umbau des kohlelastigen Versorgers durch die Zerschlagung der Tochter Innogy. Die neue Gesellschaft solle RWE Renewables heißen und sich auf die Kernmärkte in Europa, Amerika und neue Märkte im asiatisch-pazifischen Raum konzentrieren. RWE will im Zuge des Deals mit E.ON die Ökostromgeschäfte von Innogy und die von E.ON übernehmen.

Schmitz erklärte, dass es im Fall eines ungeordneten Brexit Verzögerungen geben könne, er sei aber zuversichtlich, dass der Fahrplan eingehalten werde. Der von der deutschen Regierung vorangetriebene Kohleausstieg werde seine Spuren hinterlassen. Er rechne bereits bis 2023 mit einem signifikanten Stellenabbau. Genaue Zahlen nannte er nicht.

Der bereinigte Überschuss schmolz 2018 von 973 auf 591 Mio. Euro zusammen. Allein im Segment Braunkohle & Kernenergie schrumpfte der operative Gewinn von 671 auf 356 Mio. Euro zusammen. Hier wirkte sich auch die Abschaltung des AKW Gundremmingen im Zuge des Atomausstiegs negativ aus. Den Aktionären will RWE für 2018 eine ordentliche Dividende von 70 Cent je Aktie und für 2019 von 80 Cent je Anteilsschein zahlen. 2017 waren es 1,50 Euro, davon eine Sonderdividende von einem Euro.

RWE hat mit E.ON die Zerschlagung von Innogy vereinbart: RWE übernimmt das Ökostromgeschäft der Tochter und das von E.ON. E.ON will das Vertriebs- und Netzgeschäft von Innogy erwerben.

In Österreich ist Innogy maßgeblich an der Kärntner Kelag beteiligt: Innogy hält 49 Prozent an der Kärntner Energieholding, die wiederum 51 Prozent an der Kelag hält. Zusätzlich hält Innogy einen direkten knapp 13-prozentigen Anteil am Kärntner Versorger. Diese Anteile sollen von der Innogy direkt unters Dach der RWE wandern. Während RWE bereits für seine Pläne von der EU-Kommission grünes Licht erhalten hat, muss E.ON noch Bedenken ausräumen. Im RWE-Aufsichtsrat sitzt der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP).

Quelle: APA/ag.