Nemeth verlässt Energie-Burgenland-Aufsichtsrat

14.01.2020

Der burgenländische Wirtschaftskammerpräsident Peter Nemeth hat sich von seiner Funktion als Aufsichtsratsmitglied der Energie Burgenland zurückgezogen. Der Rücktritt werde mit 8. Februar wirksam, bestätigte Aufsichtsratsvorsitzender Hans Peter Rucker am Montag einen Bericht der Wochenzeitung "BVZ".

Rucker dankte in einer Stellungnahme Nemeth für die gute Zusammenarbeit. Er habe den Rücktritt Nemeths "mit Bedauern zur Kenntnis genommen". Die Gründe für das Zurücklegen seien persönlich. "Wie in der Vergangenheit auch, wird der frei werdende Platz im Aufsichtsrat so rasch wie möglich nachbesetzt", so Rucker.

Aus dem Umfeld des Wirtschaftskammerpräsidenten war zu erfahren, dass Nemeth offenbar Aussagen von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) zum 1.700-Euro-Netto-Mindestlohn nicht goutiert haben dürfte. Nemeth habe den Brief an Rucker, in dem er den Rücktritt ankündigte, am Donnerstag, 9. Jänner, abgeschickt und auch Vorstandsvorsitzenden Michael Gerbavsits und Vorstandsdirektor Alois Ecker in Kenntnis gesetzt.

Aus seiner Sicht sei die Entscheidung zum Rücktritt "konsequent": Wenn er als Unternehmer am Vormittag als "Gauner" hingestellt werde, weil er beim Thema 1.700-Euro-Netto-Mindestlohn nicht die Position des Landeshauptmannes teile, dann könne er nicht am Nachmittag Aufsichtsrat in einem Landesunternehmen sein, so Nemeth.

Beim Schritt Nemeths handle es sich um eine "parteipolitische Inszenierung", die seines Erachtens keinen Platz habe, "weil er als Wirtschaftskammer-Präsident eigentlich parteiübergreifend agieren müsste", stellte SPÖ-Landesgeschäftsführer Roland Fürst fest. "Wir werden uns weiter für einen fairen und gerechten Lohn einsetzen. Wir sind der Meinung, dass zehn Euro pro Stunde jeder Burgenländer, jeder Österreicher verdienen soll", so Fürst: "Offensichtlich liegen da auch schon die Nerven blank wegen der Wirtschaftskammer-Wahl."

Quelle: APA