Innogy könnte Npower notfalls auch abwickeln

13.03.2019

Der deutsche Versorger Innogy könnte die Geduld mit seiner kriselnden britischen Tochter Npower verlieren. Man schließe keine Option aus, sagte Finanzchef Bernhard Günther am Mittwoch in einer Analysten-Konferenz. Attraktive Angebote für die Tochter seien sehr willkommen. Eine weitere Möglichkeit sei es, das Kundenbuch zu verkaufen und Npower abzuwickeln.

Dies sei aber sehr kostspielig, eine signifikante Summe im dreistelligen Millionen-Pfund-Bereich könnte dann fällig werden. Auch eine Zusammenlegung mit den Geschäften von E.ON sei eine Möglichkeit. Dies werde Auswirkungen auf die Beschäftigten haben.

Probleme im britischen Geschäft hatten dem vor der Zerschlagung stehenden Versorger im vergangenen Jahr die Bilanz verhagelt. Abschreibungen in einer Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro auf die britische Tochter Npower brockten dem Essener Konzern 2018 nach Anteilen Dritter einen Verlust von 653 Millionen Euro ein. Auch im laufenden Jahr rechnet Innogy mit weiteren Belastungen durch Npower von rund 250 Millionen Euro auf das bereinigte Ebit.

Die RWE-Tochter Innogy verliert im hart umkämpften und stark regulierten britischen Markt zudem weiter Kunden. In den ersten zwei Monaten 2019 waren es laut Günther rund 50.000 Kunden.

E.ON hat mit RWE die Zerschlagung von Innogy vereinbart: RWE übernimmt das Ökostromgeschäft der Tochter und das von E.ON. E.ON will das Vertriebs- und Netzgeschäft von Innogy erwerben. In Österreich ist Innogy maßgeblich an der Kärntner Kelag beteiligt: Innogy hält 49 Prozent an der Kärntner Energieholding, die wiederum 51 Prozent an der Kelag hält. Zusätzlich hält Innogy einen direkten knapp 13-prozentigen Anteil am Kärntner Versorger. Diese Anteile sollen von der Innogy direkt unters Dach der RWE wandern. Während RWE bereits für seine Pläne von der EU-Kommission grünes Licht erhalten hat, muss E.ON noch Bedenken ausräumen.

Quelle: APA/ag