IEA erwartet Rückgang der Ölnachfrage

13.02.2020

Das Coronavirus dürfte nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) zum ersten Rückgang der globalen Rohöl-Nachfrage seit etwa zehn Jahren führen. Die Nachfrage sei durch die neuartige Lungenkrankheit und die Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft "hart getroffen" worden, hieß es in dem am Donnerstag in Paris veröffentlichten Monatsbericht.

Die Experten räumten ein, dass es zum jetzigen Zeitpunkt schwer sei, eine präzise Prognose über die möglichen Folgen zu erstellen. In den ersten drei Monaten des Jahres ist laut der aktuellen IEA-Prognose mit einem weltweiten Rückgang der Ölnachfrage um durchschnittlich 435.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag zu rechnen. Zuvor hatte der Interessenverband für das erste Quartal noch einen Zuwachs um 800.000 Barrel pro Tag prognostiziert.

2020 dürften die Folgen der Virus-Krise das Wachstum der Nachfrage um etwa 30 Prozent bremsen, hieß es weiter. Demnach sei nur mit einer Zunahme um durchschnittlich 825.000 Barrel pro Tag zu rechnen. Nach Einschätzung der IEA-Experten werden die Folgen der Coronavirus-Epidemie stärkere Auswirkungen auf die Nachfrage nach Rohöl haben als die SARS-Epidemie 2003, die auch von China ausging. Sie begründen dies mit der gewachsenen Bedeutung Chinas für die Weltwirtschaft.

Bereits am Vortag hatte das Ölkartell OPEC seine Prognose für die weltweite Nachfrage nach Rohöl kräftig gesenkt. Im ersten Quartal dürfte die Nachfrage um durchschnittlich 440.000 Barrel pro Tag niedriger ausfallen als bisher prognostiziert, wie aus dem Monatsbericht der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hervorgeht. Der Ausbruch des Coronavirus werde sich auf die Nachfrage in Asien auswirken, hieß es.

Jüngst hatte eine Expertengruppe der OPEC+ eine weitere Reduzierung der Fördermenge um 600.000 Barrel pro Tag empfohlen, um die Ölpreise zu stützen. In der OPEC+ sind die Mitgliedsstaaten des Kartells und verbündete Ölstaaten wie Russland zusammengefasst. Nachdem sich das führende OPEC-Land Saudi-Arabien zustimmend zur Empfehlung geäußert hatte, zeigte sich Russland bisher zögerlich.

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Quelle: APA/dpa