Graz testet Laden von E-Autos über Bodenplatten in Parkplatz

14.07.2020
E-Ladesäulen sind auffällige Einrichtungen an Straßenrändern
<br /> - Quelle: APA (dpa)E-Ladesäulen sind auffällige Einrichtungen an Straßenrändern
- Quelle: APA (dpa)

Bodenplatte als Ladestation, E-Auto einparken, Connector ausfahren, "andocken", laden - so könnte mittels "Matrix Charging" das Laden des E-Autos in der Zukunft aussehen. In Graz proben die Holding Graz und der Entwickler Easelink dies unter Straßenbedingungen. Am 14. Juli wurde das Projekt in Kooperation mit dem Carsharer tim vorgestellt. Einige Systeme werden bereits in der Stadt getestet.

Die Station am Parkplatz der Holding Graz in der Steyrergasse wurde schon vor wenigen Wochen in Betrieb genommen. Die Holding Graz - zu der das Carsharing-Unternehmen tim gehört - und die Easelink GmbH haben zusammen die erste automatisierte Ladetechnologie für Elektrofahrzeuge im halb-öffentlichen Raum implementiert. Getestet werden soll die Ladetechnologie Matrix Charging, auf Funktionalität, Nutzerakzeptanz sowie Eignung für den öffentlichen Raum.

E-Ladesäulen und Wallboxen sind auffällige Einrichtungen an Straßenrändern. "Stellen Sie sich vor, wenn es nicht nur ein Prozent E-Autos in einer Stadt gibt, sondern zehn, 20, 30 Prozent. Die Ladestation muss ins Stadtbild passen, darf nicht im Weg sein und sollte am Parkplatz oder nahe am Gehsteig sein", sagte Hermann Stockinger, Geschäftsführer der seit 2016 existierenden Easelink. Das Matrix Charging sei das einzige System, das bündig in die Fahrbahn eingelassen werden könne. Die Platte selbst hat eine Lebensdauer von rund zehn Jahren. Das System ermögliche auch das selbstständige Laden von autonomen Fahrzeugen.

Die rund 40 mal 40 Zentimeter große und etwa 3,5 Zentimeter dicke, wartungsfreie Platte beinhaltet die ganze Elektronik, ist mit Epoxydharz in den Boden eingelassen und trägt 2,5 Tonnen. Ein Kabel zum Laden ist nicht notwendig, das Auto muss nur über der Platte geparkt werden. Zur richtigen Positionierung dienen vorerst zwei kleine Gummi-Bodenschwellen, später soll es ein elektronische Positionierhilfe sein, die im Cockpit angezeigt wird. Dann wird aus dem Fahrzeugboden der Connector ausgefahren. Sobald eine Verbindung hergestellt ist, kann das Laden beginnen - konduktiv und ohne wirkliche Energie.

"Die Frage ist, wie kriegen ich eine große Anzahl von E-Versorgungsstationen in der Stadt unter", überlegte Finanzstadtrat Günther Riegler (ÖVP) bei der Präsentation laut. "Ich habe ein Jahr einen E-Dienstwagen gefahren, da war im öffentlichen Raum das Laden mit Kabel immer eine Herausforderung, speziell bei Regen. Das fällt hier weg", sagte Riegler.

In Graz läuft das System bereits für die E-Flotte der Energie Steiermark, mit Wiener Unternehmen gibt es Verhandlungen. Auch in China will man das System einführen bzw. testen.

Quelle: APA