Gazprom: Gastransit durch Österreich nach Italien ausgesetzt

01.10.2022
Russland stellte die Lieferungen durch Österreich nach Italien ein
<br /> - Quelle: APA/THEMENBILDRussland stellte die Lieferungen durch Österreich nach Italien ein
- Quelle: APA/THEMENBILD

Der russische Gaskonzern Gazprom hat am Samstag mitgeteilt, dass der Gastransit durch Österreich nach Italien ausgesetzt worden ist. Grund dafür ist laut Gazprom, dass sich der österreichische Gasnetzbetreiber geweigert habe die Transportnominierungen zu bestätigen. In einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung machte Gazprom regulatorische Änderungen in Österreich für das Problem verantwortlich und erklärte, dass man an einer Lösung des Problems arbeite.

Das passiere gemeinsam mit italienischen Kunden, so Gazprom. Bereits zuvor hatte der italienische Versorger Eni mitgeteilt, dass die russischen Gaslieferungen an das Mittelmeerland vorerst eingestellt worden seien. Das russische Gas kommt normalerweise am italienisch-österreichischen Grenzort Tarvisio in Italien an und wird von dort verteilt.

Nach Österreich ist heute weiter Gas aus Russland geliefert worden, und zwar "deutlich mehr als zuletzt nominiert", wie OMV-Sprecher Andreas Rinofner am Samstag auf Anfrage der APA sagte. Wie es am morgigen Sonntag weitergeht, könne man noch nicht sagen.

Italien hatte bis zum Ausbruch des Krieges in der Ukraine rund 40 Prozent seines Gases aus Russland erhalten. Dann schlossen die Regierung in Rom und der teilstaatliche Konzern Eni mit etlichen anderen Ländern - etwa Algerien - Abkommen ab, um die Abhängigkeit von Moskau zu minimieren. In den vergangenen Monaten hieß es, Italien bekomme nur noch rund 25 Prozent seines Gases aus Russland. In den vergangenen Tagen waren die Liefermengen stark zurückgegangen.

Quelle: APA/dpa/Reuters