E.ON will Corona-Krise trotzen

25.03.2020
E.ON sieht sich als besonders widerstandsfähig
<br /> - Quelle: APA/dpaE.ON sieht sich als besonders widerstandsfähig
- Quelle: APA/dpa

E.ON sieht sich für die Bewältigung der Coronavirus-Krise gut gewappnet. Das neue Geschäftsmodell mit der Konzentration auf Energienetze und das Kundengeschäft sei "besonders widerstandsfähig", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen bei der Vorstellung der Geschäftszahlen 2019. E.ON werde den Einbruch deshalb "besser meistern, als die meisten anderen Energieunternehmen und Industriesektoren".

E.ON sei durch die Übernahme der RWE-Tochter Innogy zum größten Betreiber von Energienetzen in Europa geworden. "Wir versorgen 50 Millionen Haushalte mit Strom, Gas und Wärme", betonte Teyssen. E.ON werde dieser Verantwortung gerecht werden und die Versorgung sichern. Zum Schutz vor einer Infektion würden beispielsweise die Teams in den Netzzentralen voneinander getrennt. Dort seien die Mitarbeiter sogar bereit, "unter kasernierungsartigen Lösungen zu leben und zu arbeiten".

Die beiden Energieriesen E.ON und RWE haben Innogy unter sich aufgeteilt. E.ON behält nach Abschluss der kompletten Transaktion das Netz- und das Endkundengeschäft. RWE bekommt die erneuerbaren Energien von E.ON und Innogy. Die Geschäfte von Innogy sind seit September in der E.ON-Bilanz enthalten. Der Konzernumsatz ist vor allem durch die Übernahme um mehr als 10 Milliarden Euro auf 41,5 Milliarden Euro gestiegen. Trotz Corona-Krise will E.ON seinen Gewinn im laufenden Jahr steigern.

E.ON werde aber in der Bilanz "die eine oder andere Auswirkung und

Bremsspur der Corona-Krise im laufenden Jahr sehen", sagte Teyssen.

Im vom Staat regulierten Netzgeschäft, das rund 80 Prozent der

E.ON-Erträge bringe, glichen sich Einnahmerückgänge aber später

wieder aus. Rückgänge beim Stromverkauf an die Industrie fielen bei

E.ON nicht stark ins Gewicht, da weniger als 2 Prozent des gesamten

Konzernergebnisses aus Energielieferung an Geschäftskunden stamme,

sagte Finanzchef Marc Spieker. E.ON gehe zudem davon aus, dass

Nachfrage der Privathaushalte während der Krise steigen werde.

Teyssen befürchtet, dass durch die aktuell stark gesunkenen Preise für CO2-Zertifikate die EEG-Umlage bei der Ökostromförderung steigen könnte. Die Umlage wird über die Stromrechnung finanziert. Derzeit müssen die Verbraucher etwa 6,8 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Wenn Kohle- und Gaskraftwerke wegen niedrigerer CO2-Preise günstiger produzieren könnten, müssten die Ausgleichszahlungen an die Ökostromproduzenten steigen. Sie dürften "gerade richtig hochgehen". "Das ist nicht schön", sagte der E.ON-Chef.

E.ON will nach der Übernahme von Innogy den Gewinn in den kommenden Jahren deutlich steigern. Den bereinigten Gewinn erwartet Finanzchef Spieker in den kommenden drei Jahren im Schnitt um 10 bis 15 Prozent höher. E.ON geht dabei in allen Kernsegmenten von einem Gewinnzuwachs aus, während die Erträge im Nicht-Kerngeschäft mit der Abschaltung der Kernkraftwerke bis Ende 2022 zurückgehen werden. Bei der Dividende strebt E.ON ein Plus je Aktie von 5 Prozent jährlich an. Auch danach soll die Ausschüttung an die Aktionäre weiter steigen.

Die Prognose für 2020 berücksichtigt allerdings die aktuellen Konjunktureffekte noch nicht. Der bereinigte Konzernüberschuss soll bei 1,7 bis 1,9 Milliarden liegen. 2019 wies E.ON ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,5 Milliarden Euro aus. Die Zahlen von 2019 sind jedoch kaum vergleichbar. So ist Innogy erst seit Ende September voll bei E.ON konsolidiert. Dazu wird noch der Teil der erneuerbaren Energien in diesem Jahr an RWE übertragen. Seine eigenen Geschäfte mit den Erneuerbaren hat E.ON bereits zum 1. Oktober an RWE übergeben.

Den für 2019 bereits bekannten Dividendenvorschlag von 46 Cent je Aktie bestätigte E.ON.

Quelle: APA/dpa