Agrana lobbyiert weiter für Einführung von E10-Kraftstoffen

11.10.2018
Das politische Zeitfenster passt derzeit
<br /> - Quelle: APA (dpa)Das politische Zeitfenster passt derzeit
- Quelle: APA (dpa)

Der börsennotierte Zucker-, Frucht- und Stärkekonzern Agrana lobbyiert seit Jahren und weiterhin für die Einführung von E10-Kraftstoffen in Österreich. Die Firma sähe gerne einen 10-prozentigen Biotreibstoffanteil anstatt des derzeitigen 5-prozentigen (E5). Das sei wichtig im Sinne der Klimaziele, sagte Konzernchef Johann Marihart. Das politische Zeitfenster würde derzeit aus Konzernsicht passen.

Die Agrana produziert genug Bioethanol für eine 10-prozentige Beimischung in Österreich, betonte Marihart. "Das wäre auf Knopfdruck verfügbar und ist eigentlich aufs Klima bezogen ein Muss", sagte Marihart am Donnerstag vor Journalistne in Wien. "Wir versorgen die Entscheider mit entsprechenden Informationen", sagte Marihart auf die konkrete Frage, wo der Konzern lobbyiere. Das Thema trifft jedenfalls vier Ministerien.

Die derzeitige 5-Prozentbeimischung bedeutet laut Marihart, dass nur 40 Prozent des Bioethanols im Inland verbraucht werde. 60 Prozent gehen in den Export. Das bedeutet aus Sicht von Marihart, dass 200.000 Tonnen Treibhausgaseinsparungen für Österreich bzw. 60 Prozent des Treibhausgas-Einsparungspotenzials anderen Ländern gutgeschrieben würden.

Zudem könne man die "Eiweißlücke" im Tierfutterbereich schließen, so der Agrana-Chef, weil die Bioethanolproduktion ausschließlich aus dem Stärkeanteil von Futtergetreide-Überschüssen erfolge. Der Proteinanteil bleibe in "aufkonzentrierter" Form im Futterkreislauf und ersetzte Soja-Importe. 200.000 Tonnen des entsprechenden Agrana-Eiweißfuttermittels würden die EU-Eiweißfuttermittellücke beträchtlich schmälern, hofft die Agrana auf ein zusätzliches Geschäft.

Bioethanol sei auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit im Dieselmotor, so Marihart mit Verweis auf entsprechende Forschungen der TU Wien. Ein von der Uni konzipierter Motor verwendet Bio-Ethanol und Diesel, der zum Zünden dient. Das bringt mehr Leistung und weniger schädliche CO2-, NOx-, Ruß-, und Partikelausstöße.

Quelle: APA